Ausbildungstag der Höhenabsturz Sicherungsgruppe zusammen mit den Drehleitermaschinisten

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Die Höhenabsturz Sicherungsgruppe der freiwilligen Feuerwehr Stadt Abenberg ist eine kleine Gruppe speziell ausgebildeter Feuerwehrleute, die den Gerätesatz Absturzsicherung im Einsatz vornehmen. Für die Gruppe ist es wichtig, die verschiedenen Knoten und Stiche, das Material und die erforderlichen Handgriffe oft zu üben, um im Ernstfall die gefährliche Tätigkeit sicher beherrschen zu können. Am Samstag, dem 12.September hat sich die Gruppe deshalb getroffen, um in einer groß angelegten Übung diese Kenntnisse zu festigen. Da sich der Aufgabenbereich der HöSi oft mit den Aufgaben der Drehleitermaschinisten überschneidet wurde diese gleich in die Übung eingebunden. Als Ausbildungsleiter konnte Klaus Kilian, hauptberuflich in der Werksfeuerwehr Flughafen Nürnberg tätig, gewonnen werden. Als Übungsobjekt wurde uns dankenswerterer Weise die Burg Abenberg zur Verfügung gestellt.

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Der Ausbildungstag gliederte sich in drei Teile:

1. Retten aus Höhen und Tiefen mit Schleifkorbtrage, Flaschenzug und Drehleiter

2. Gewöhnung an große Höhen und Vertrauensbildung in das Material

3. Retten in unwegsamen Gelände mit der Schleifkorbtrage und Selbstsicherung der Retter

 

 

 

 

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Als Szenario für den ersten Ausbildungsteil wurde eine bewusstlose Person unter der Burgmauer angenommen, die Rettung sollte wegen des Verdachts einer Wirbelsäulenverletzung nicht mit Trage über Treppen erfolgen. Dazu wurde die Schleifkorbtrage mit dem Flaschenzug an der Drehleiter angeschlagen. Als Redundanz diente der Gerätesatz Absturzsicherung. Ein Retter wurde zur Begleitung des Verletzen ebenfalls neben der Trage hängend eingebunden.

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Zum Erreichen des Verletzten wurde dann die Trage von der Drehleiter über die Burgmauer geschwenkt und mittels des Flaschenzugs zum Verletzten abgelassen. Nach Aufnahme des Patienten wurde dann die Schleifkorbtrage zunächst ein Stück mit dem Flaschenzug angehoben, den Rest des Weges erledigte dann die Drehleiter. Sowohl Verletzter als auch Retter hatten bald wieder festen Boden unter den Füßen.

 

Nach Abschluss diser Übung ging es an's Eingemachte: Zur Gewöhnung an große Höhen und dem Vertrauen in das Material - ein wichtiger Punkt für die Gruppe - haben wir uns den 32 m hohen Luginsland ausgesucht. Das ist der markante Aussichtsturm der Burg Abenberg. Als Ausstieg haben wir ein Fenster zum Burganger gewählt, da sich ein Ausstieg über die Zinnen durch das angebrachte Geländer sehr schwierig gestaltet hätte. Nach Einrichten der Anschlagpunke für Fixseil und Redundanz ging es raus! Der Ausstieg war für die Feuerwehrleute relativ einfach, da direkt unter dem Fenster das Relief angebracht ist, das ursprünglich einmal eine Uhr umrahmen sollte. Dieser Absatz eignete sich hervorragend zum Vorbereiten auf das Ablassen, die Teilnehmer konnten noch einmal durchatmen, bevor es abwärts ging.

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Unter sich ca. 29m Luft bis zum "Landeplatz" ging es dann an den langen Abstieg. Die Teilnehmer haben dabei einen Halbmastwurf verwendet, das ist ein spezieller Knoten, der in einen Karabiner eingelegt zur Sicherung und zum Ablassen dient, und konnten somit die Geschwindigkeit selbst bestimmt. Mit einem zweiten, redundanten Seil wurde der Kamerad von der Mannschaft im Turm zusätzlich gesichert. Am "Landeplatz" wurden sie dann von der Drehleiter aufgenommen, um den Abstieg über das unwegsame Gelände zu umgehen. Durch den Einsatz der Drehleiter war es möglich Bilder aus ungewöhnlichen Perspektiven zu machen, bitte besuchen sie dazu unsere Bildergalerie.

 

 

 

 

Nach einem sehr späten Mittagessen ging es dann nochmals auf die Burg, diesmal um das Retten eines Verletzen über schräge Ebenen in unwegsamen Gelände zu üben. Solche Aufgaben können z.B. nach Verkehrsunfällen auf uns zukommen, bei denen das Fahrzeug über einen Hang abgerutscht ist. Auch bei Unfällen mit Waldarbeitern könnte diese Technik zum Einsatz kommen.

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In unserem Fall galt es eine verletze Person, die im Dickicht ca. 5 m unterhalb eines befestigten Weges lag, sicher zu retten. Auch hier kam wieder die Schleifkorbtrage mit dem Flaschenzug zum Einsatz. Als Sicherung für die Retter diente diesmal aufgrund des nicht allzu steilen Geländes das Seil des Gerätesatzes Absturzsicherung ohne Redundanz, in dem sich die Retter nur mit einem Klemmknoten gesichert hatten, um ein Abrutschen beim Anstieg zu verhindern. Als Fixpunkt diente ein Baum. Als der Verletzte in die Trage verbracht war fixierte sich die Mannschaft mit Bandschlingen direkt an der Schleifkorbtrage und wurde zusammen mit dem Verletzen über den Flaschenzug auf den befestigten Weg hochgezogen. 

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Nach Rückkehr in das Gerätehaus wurden die Gerätschaften sichtgeprüft, gereinigt und verlastet und somit die Einsatzbereitschaft wieder hergestellt. Die 15 Teilnehmer der Ausbildung leisteten an diesem Tag insgesamt  120 Stunden freiwilligen Einsatz zum Wohl der Bevölkerung. Die freiwillige Feuerwehr Stadt Abenberg, insbesonere die HöSi und die Drehleitermaschinisten möchten nochmal einen großen Dank an Klaus Kilian aussprechen, der diesen Ausbildungstag gestaltet hat und die Teilnehmer sicher durch den Tag führte. 

 

Michael May

Leitung Höhenabsturz Sicherungsgruppe

   

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